Ernährung bei HAE – isst man anders?

Nicht unbedingt. Grundsätzlich gilt: Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell für das Wohlbefinden aller Menschen. Sie unterstützt das Immunsystem und kann speziell bei Menschen mit HAE dazu beitragen, die Häufigkeit und Schwere von Anfällen zu beeinflussen. Am besten setzt du auf viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und mageres Protein und verzichtest dafür auf stark verarbeitete Lebensmittel (z. B. Chips, Wurst, Fertiggerichte, Softdrinks).

Wer an einem Hereditären Angioödem (HAE) leidet, kennt die Herausforderung von unvorhersehbaren Schwellungsattacken. Daher ist es gut zu wissen, dass deine Ess- und Ernährungsgewohnheiten einen gewissen Einfluss auf HAE-Attacken haben können. Um mögliche Zusammenhänge besser zu verstehen, kann ein Ernährungstagebuch ein wertvolles Werkzeug sein, denn HAE-Trigger sind meist sehr individuell. Oft ist es auch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, das zu einer Attacke führt. 

Ob der Konsum von Alkohol HAE-Attacken triggert, wird häufig diskutiert. Mehr dazu erfährst du hier.

Unser Tipp: Auch eine regelmässig aktualisierte Notiz im Handy kann helfen, um persönliche Lebensmittel-Trigger festzuhalten und zu vermeiden. Bei der Dokumentation von Attacken hilft dir die App HAE TrackR – ziemlich nützlich, denn so hast du alle Informationen bei deinem nächsten Arztgespräch auf dem Handy dabei.

Sich gesund zu ernähren und körperlich fit zu halten, ist bei HAE ein wichtiges Thema. 

Wertvolle Anregungen zum Thema Sport & HAE findest du hier.

Grundsätzlich empfiehlt sich eine gesunde Ernährung. So tut man dem Körper was Gutes. Es muss nicht kompliziert sein. Verzichte möglichst auf stark verarbeitete Lebensmittel – und achte bei deiner Ernährung stattdessen auf ausreichend Omega-3-Fettsäuren, Vitamine, Ballaststoffe, und alles, was fit hält und stark macht. Bei oralen Medikamenten kann ein gut ausgewählter Zeitpunkt bei der Einnahme entscheidend sein. Für eine gute Wirkstoffverteilung und um den Magen-Darm-Trakt zu entlasten, sollten diese direkt im Anschluss an eine Hauptmahlzeit eingenommen werden.  

Zusätzlich unterstützt eine möglichst feste Ernährung, die aus einer ausgewogenen Mischung von Fetten, Eiweissen und Kohlenhydraten besteht, die Verdauung. Das liegt daran, dass Fette aus Fleisch, Milchprodukten, Butter oder pflanzlichen Ölen sowie Eiweisse aus Milchprodukten, Fleisch, Eiern, Fisch oder Tofu und Kohlenhydrate aus Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Gemüse dafür sorgen, dass die Nahrung langsam durch den Magen wandert. Dadurch wird der Wirkstoff des Medikaments schonender aufgenommen und gleichzeitig eine gute Wirkstoffverteilung ermöglicht. 

Hilfreich ist eine regelmässige Verteilung der Mahlzeiten über den Tag hinweg – idealerweise drei bis fünf Mahlzeiten – sowie gründliches Kauen. Zwischen den Mahlzeiten sollte für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden, also insgesamt ca. zwei Liter in Form von Wasser oder Tee, davon den Hauptteil zwischen den Mahlzeiten. Auch ein stressfreies Essen sowie eine leichte Bewegungseinheit nach den Mahlzeiten sind wohltuend für den Verdauungsprozess. 

  • Essen mit fester Konsistenz (besser Vollkornbrot mit Kruste als weicher Weizentoast)
  • Leicht bekömmlich z. B. gedämpftes Gemüse, Vollkornprodukte, gekochtes Fleisch
  • Eiweisse (z. B. Milchprodukte, Fleisch, Eier, Fisch) & Kohlenhydrate (z. B. Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse)
  • Moderate Flüssigkeitszufuhr zur Mahlzeit (ca. 200 ml)
  • Ernährungstagebuch führen

Sollten die Beschwerden dennoch länger anhalten, wende dich für hilfreiche Tipps an einen Apotheker oder Arzt.